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Deutsche Meisterin aus Karlsruhe macht Fächerbad-Chef nass

Das Fächerbad gilt in Karlsruhe für viele Schwimmliebhaber seit vielen Jahrzehnten als das Schwimmsportbad schlechthin. Auch die 18-jährige Giulia Goerigk und ihre Trainingsgruppe trainiert von Jonas Holzwarth schwimmen hier ihre Trainingseinheiten. Die junge Deutsche Meisterin von 2019 der 400 Meter Lagen zieht hier zusammen mit den anderen jungen Athleten des SGR Karlsruhe täglich ihre Bahnen.

Schwimmen ist ein einsamer Sport könnte man meinen. Doch im Interview mit ka-news.de räumen die Athletin Giulia Goerigk und Ihr Trainer mit diesem Missverständnis des "Einsamen-Bahnen-Ziehens" auf. Giulia Goerigk schwimmt die 100 Meter Freistil in unter einer Minute, da schaut selbst der Fächerbadchef hinterher, der in den besten sportlichen Zeiten rund 1:15 brauchte.

Wie wird man zum erfolgreichen Trainer von Schwimmathleten mit großen Ambitionen?
Jonas Holzwarth: Ich bin früher auch selbst in der Schwimmhalle als Nachwuchsathlet gewesen und habe mich dann später gegen das große Geld entschieden, sondern mein Hobby als Schwimmtrainer zum Beruf gemacht.

Was macht einen erfolgreichen Athleten im Bereich des Schwimmsports aus und auf wie viel muss ein Nachwuchstalent verzichten?
Jonas Holzwarth: Das optimale Schwimmverhalten, das gibt es zwar auch nach Lehrbuch  aber meine Aufgabe ist es, auf die körperlichen Voraussetzungen der einzelnen Athletinnen und Athleten einzugehen. Es ist nicht nur klassische Techniklehre, sondern ein auf den Athleten angepasstes Techniktraining: Verringerung des Wasserwiderstands, optimale Rollwende am Ende des Beckens und natürlich der Schwung und Vortrieb im Wasser selbst. Dafür schwimmt eine Athletin wie Giulia mehr als 2.000 Kilometer im Jahr.

Giulia Goerigk: Natürlich ist man viel im Wasser, braucht auch den Willen mal an einem schlechten Tag die Trainingsleistung abzurufen und ist nicht immer am Wochenende feiern oder jeden Abend Freunde treffen. Dann steht Training auf dem Plan und Training ist das Wichtigste. Anstatt Partys bekomme ich aber andere schöne Seiten des Lebens mit: Trainingslager in verschiedenen Ländern, deutsche Juniorenmeisterschaften, europäische Jugendmeisterschaften - das sind tolle Erfahrungen, die ich über meinen Sport erlebe. Da verzichte ich doch gerne Mal auf eine Party am Wochenende. Zumal auch viele Sportlerinnen aus dem deutschen Nachwuchsmannschaften Freunde geworden sind.

Dazu gehört sicher viel Zeit im Wasser, wie lange trainiert ein Athlet?
Jonas Holzwarth: Die jungen Athleten sind unterschiedlich nach Trainingssituation rund 20 bis 30 Stunden jede Woche im Wasser, zusätzlich noch im Kraftraum und das Ganze natürlich ohne die Schule zu vernachlässigen. Aber wer die Ausdauer und Disziplin im Sport mitbringt, der ist auch in der Regel gut in der Schule. Da macht es schon Spaß als Trainer, wenn man merkt, dass die Jungs und Mädels auch wirklich etwas erreichen wollen. Wenn wir zwei Stunden trainieren, dann schaffen wir je nach Intensität zwischen vier und acht Kilometer pro Einheit.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Fächerbad?
Jonas Holzwarth: Wir freuen uns sehr über sehr über die gute Zusammenarbeit mit dem Fächerbad und bekommen hier sehr gute Voraussetzungen. Die große Bereitschaft des Fächerbades, uns Schwimmfläche für unsere Athletinnen und Athleten zur Verfügung zu stellen, ist ein großer Vorteil für uns als Schwimmathleten. Wir haben auch gesonderten Zugang zum Bad und haben unseren eigenen Eingang. Toll ist für uns auch, dass wir für das Training außerhalb des Wassers das vereinseigene Fitnessstudio des SSC Karlsruhe nutzen können.

Wie sehr habt ihr euch beide über den Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2019 und die Teilnahme an der EM in Glasgow gefreut?
Giulia Goerigk: Beim Anschlag schaute ich nach rechts und links und niemand war da. Anfangs habe ich gar nicht realisiert – Deutsche Meisterin! Es dauerte ein paar Tage, bis ich es richtig verstanden habe. Ich freute mich von Tag zu Tag mehr. In Glasgow habe ich zum ersten Mal in der offenen Klasse bei einer EM mitgeschwommen. Das war ein großartiges Gefühl. Ich war auch etwas aufgeregt, aber in meinem Alter habe ich einfach Erfahrung sammeln wollen, Spaß zu haben und mal mit den Großen zu schwimmen.
Jonas Holzwarth: Ich schaute ins Wasser und habe auf der letzten Bahn gemerkt, diesen Vorsprung wird sie halten können. Beim Anschlag waren wir beide happy konnten es aber auch nicht wirklich glauben.

Wohin soll dich der Schwimmsport noch führen?
Giulia Goerigk: Ich möchte auf jeden Fall viel internationale Erfahrung sammeln und dann mal schauen, wo es hingeht. Ich habe gemerkt, dass die EM eine ganz andere Sache ist wie ein Juniorenwettbewerb. Ich will gerne viele weitere Teilnahmen an Europameisterschaften, vielleicht mal zu einer Weltmeisterschaft. Der große Traum, die Teilnahme an Olympia wage ich kaum in den Mund zu nehmen. Aber diesen sportlichen Herausforderungen möchte ich mich stellen.

Wo ist dein Lieblingsschwimmbad außerhalb von Karlsruhe?
Giulia Goerigk: Also meine Lieblingsbäder sind eigentlich sogar zwei. Ich liebe das Schwimmbad in Budapest. Die Duna Aréna direkt an der Donau in der Nähe der Stadtmitte. Die Halle ist sehr schön und bietet klasse Voraussetzungen für uns Athleten. Das andere Bad ist die Arena in Berlin, dort gibt es schnelles Wasser. Das hört sich zwar etwas komisch an, kennen die Menschen aber sicher vom Eisschnelllauf, dort sagen die Athleten und Athletinnen auch, dass das eine Eis schneller ist wie das andere. So geht’s uns Schwimmern auch.

Warum bist du ausgerechnet 200 und 400 Meter Lagen so gerne und gut und wo ist dein größtes Entwicklungspotential?
Giulia Goerigk: Ich schwimme eigentlich sehr ausgeglichen alle Disziplinen, deswegen bin ich wohl auch so eine gute Lagenschwimmerin. Das gefällt mir auch im Training sehr gut, denn ich kann sehr abwechslungsreich trainieren und kann wirklich alles mit reinpacken.

Jonas Holzwarth: Im Training legen wir großes Augenmaß auf die Rollwende am Ende der Bahn. Eine 400 Meter Lagenschwimmerin wie Giulia muss serchs Mal wenden. Der Unterschied zwischen einer gelungenen und misslungenen Wende sind gerne einmal bis zu einer Sekunde. Sechs sehr gut gelungene Wenden können also bis zu sechs Sekunden ausmachen. Im Schwimmsport sind das Welten.

Warum ist Schwimmsport im Training auch Teamsport?
Giulia Goerigk: An schlechten Tagen brauchen wir unsere Trainingspartner. Wir pushen uns gegenseitig und gerade an schlechten Tagen brauchen wir die Hilfe unserer Trainingspartner. Sie ziehen uns gemeinsam mit dem Trainer dann auch mal durch eine schlechte Trainingseinheit. Das gibt man dann beim nächsten Training gerne wieder zurück. So entwickeln sich Freundschaften. Ich würde sagen: Im Wettkampf sind wir zwar allein im Becken, aber nicht alleine in der Halle.
 

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